„Wohnen für Hilfe“

Alle Wege führen nach Rom, ist ein altes Sprichwort. Und auch für Wohnen im Alter gibt es viel mehr Möglichkeiten, als man zuerst annimmt. Zuhause wohnen bleiben ist für die meisten Menschen in höherem Alter ein Ziel. Dies ist auf verschiedenen Formen und je nach Präferenz machbar. Eine Alternative ist das sogenannte Wohnen für Hilfe, dass sich in den 1990er Jahren vor allem in Universitätsstädten etabliert hat. Einerseits sind Studierende auf der Suche nach günstigem Wohnraum, andererseits fühlen sich gerade in größeren Städten in Deutschland viele ältere und hochbetagte Menschen isoliert oder haben Schwierigkeiten, lange Distanzen zum Einkaufen zu überwinden sowie an den vielen kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Bei Wohnen für Hilfe bieten Menschen einen Teil ihres Wohnraumes an und im Gegenzug hilft der Untermieter bei vorher festgelegten Tätigkeiten. Das kann Gartenarbeit sein, Mithilfe im Alltag, Einkäufe erledigen oder auch Kinder betreuen. Meist suchen Studierende als Untermieter nach dieser Wohnform, wobei Senioren oder manchmal auch Familien leerstehenden Wohnraum anbieten.

Wohnen für Hilfe folgt keinen festen Regeln, sondern wird meist individuell vereinbart. Als Faustregel kann jedoch genommen werden, dass pro Quadratmeter eine „Arbeitsstunde“ anfällt. Es kann die ganze „Miete“ als Arbeit berechnet werden, oder auch nur ein Teil, sodass trotzdem noch eine geringe Miete fällig wird und der Rest durch Hilfstätigkeiten des Untermieters beglichen werden. Vor allem in Würzburg, Freiburg und München ist das Konzept bekannt und wird von mehr und mehr Menschen genutzt. Ein Bericht der taz von 2005 stellt Wohnen für Hilfe in Münster dar, der betont, dass der Pflegenotstand in Deutschland dadurch abgemildert werden kann. Manchmal ist es in der Anfangsphase etwas schwierig, sich auf die neue Situation einzustellen. So berichten ältere Menschen davon, dass es eine Umstellung ist, sich wieder Wohnraum zu teilen.

Die Studentin Magdalena berichtet von ihren Erfahrungen mit Wohnen für Hilfe aus Würzburg: „Ich habe bei einer älteren Dame im Erdgeschoss eigene Räumlichkeiten mit Möblierung zur Verfügung gehabt, wobei wir uns das Wohnzimmer geteilt haben. Ich hatte aber ein eigenes Bad und Schlafzimmer. Die Dame hatte selbst keine eigenen Kinder und keine nahestehende Familie und wollte nicht ganz alleine in ihrem Haus leben. Im Winter war sie für längere Zeit in ihrem Ferienhaus im Süden, dann habe ich mich um Haus und Garten gekümmert, Blumen gegossen, die Post verwaltet und bei Schnee die Straße geräumt. Dafür habe ich günstig gewohnt. Wir haben auch jetzt noch Kontakt, obwohl ich für mein Studium nach Heidelberg gezogen bin“.

In Heidelberg helfen das Studierendenwerk oder der Caritasverband Heidelberg e.V.  bei der Vermittlung von Wohnraum, indem sie mit beiden Seiten Gespräche führen und bei der Vertragsabwicklung Tipps geben. Zu Beginn sollten sie sich darüber bewusst werden, dass sich ihre Gewohnheiten eventuell an die neue Person anpassen. Bei der Auswahl der Person(en) sollten die Wünsche und Vorstellungen sowohl für den Wohnungssteller als auch für den Untermieter geklärt werden. Wohnen für Hilfe kann eine sehr bereichernde Erfahrung für beide Seiten sein und das intergenerationale Wohnen auf Mikroebene verwirklichen. Meist entstehen sehr enge Bindungen zwischen den Menschen. Studierende wechseln häufiger ihren Wohnort, sodass eine zeitliche Begrenzung die Regel ist. Wohnen für Hilfe ist eine von vielen Möglichkeiten, auch im höheren Alter zuhause zu leben und den Anschluss an die jüngere Generation beizubehalten, gerade wenn eigene Kinder oder Enkel selbst weiter weg wohnen oder der Kreis der Familie sehr klein ist.

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